Zitrusbäume waren bereits im Mittelalter aus Italien bekannt. In Wien hielten sie 1542 erstmals Einzug, als in der kaiserlichen Hofburg Pomeranzenbäume kultiviert wurden.
In der Barockzeit waren Zitrusbäume ein beliebtes herrschaftliches Staussymbol: Maria Theresia und Franz Stephan ließen die Große Orangerie in Schönbrunn bauen, damals mit 189 Metern Länge neben Versailles das größte barocke Gewächshaus der Welt!
Mit dem Aufkommen der Englischen Landschaftsgärten Ende des 18./Beginn des 19. Jahrhunderts verlor sich die Popularität der Zitrusbäume, erst unter Kaiser Franz Joseph wurden die vernachlässigten Bäume in einem eigens errichteten „Orangeriehospital“ wieder aufgepäppelt und sogar über 200 neue Bäume aus Sizilien importiert. Aus diesem Import sind bis heute noch Exemplare vorhanden!
Da die Zitrusfruchtbäume nicht winterhart sind, musste die Orangerie im Winterbetrieb beheizt werden. Eine „Rauchkanalheizung“, die nach dem Hypocausten-Prinzip funktioniert, wurde bereits im 18. Jahrhundert in die Große Orangerie eingebaut. Sie wird bis heute mit Holz aus dem Schlosspark beheizt.
Der Transport der schweren Pflanzgefäße wurde mit „Verpflanzböcken“ erleichtert, ein Nachbau wird in der Ausstellung gezeigt.
Heute umfasst die Sammlung in Schönbrunn, die von den Bundesgärten betreut wird, rund 500 Pflanzen aus ca. 100 verschiedenen Sorten. Die Zitrussammlung gehört zu den ältesten, durchgehend existierenden Sammlungen in Europa.
Die Zitrusfrucht stammt aus dem asiatischen Raum. In Europa wurde von den ursprünglichen drei Sorten Mandarine, Pampelmuse und Zitronatzitrone nur die letztere durch Alexander den Großen bekannt. Die sehr sauren Früchte wurden nicht gegessen, sondern des Geruchs wegen oder für medizinische oder religiöse Zwecke verwendet. Erst die Araber brachten im 10. Jahrhundert die Verwendung der Zitrone als Säuremittel zur Konservierung und die in Zucker eingekochte Sukkade (die eine elitäre Luxusdelikatesse war) nach Europa.
In der Barockzeit wurde das aus den Schalen gewonnene Neroliöl zur Parfumherstellung benutzt und die ersten Marmeladen eingekocht.
Als Speiseobst wurde Zitronensaft Ende des 18. Jahrhunderts in der Seefahrt zur Vermeidung von Skorbut populär und erst im 19. Jahrhundert eroberten Süßorangen und Mandarinen unseren Speisezettel!
Einige Eindrücke der Zitrustage:
Zum Abschluss noch ein Abstecher zum Siebold-Denkmal hinter dem Palmenhaus und zum Japanischen Garten:





















