Diese Fotoreise haben wir über ARR gebucht, der fotografische Reiseleiter war Rainer Skrovny, vor Ort begleitete uns zusätzlich eine brasilianische Reiseleiterin, Patricia.
Iguazufälle
Nach einer langen Anreise (Wien – London – Sao Paolo – Foz de Iguazu) landen wir auf der brasilianischen Seite der Iguazu-Fälle. Wir wohnen im Samna Hotel gleich neben dem sehr abwechslungsreich bestückten Vogelpark, den wir auch besuchen.
Die Iguazufälle sind die breitesten Wasserfälle der Welt: der Iguazu fällt auf 2,7 Kilometer Breite in 275 einzelnen Kaskaden über eine Steilstufe. Man kann auf der brasilianischen und auf der argentinischen Seite auf Wegen entlang des Flusses spektakuläre Ausblicke genießen. Direkt bei den Wasserfällen ist das Rauschen ohrenbetäubend und wegen der Gischt ist ein Regenschutz notwendig, weil man über Stege und Plattformen sehr nahe an die Fälle herankommt! Bei unserem Besuch donnern ca. 6.000 m³ Wasser pro Sekunde die Felsen hinunter! (Zum Vergleich: Die Donau bei Wien führt bei normalem Wasserstand 1500 bis 1900 m³/s).
Pantanal – Jaguare, Kaimane, Vogelwelt und noch mehr
Das Pantanal ist ein riesiges Feuchtgebiet im Südwesten von Brasilien (Paraguay und Bolivien haben auch kleinere Anteile) mit etwa 230.000 km² Größe. Das gesamte Pantanal ist Unsesco Weltnaturerbe, einzelne Regionen sind unter Naturschutz gestellt. In der Regenzeit (Oktober bis März) sind etwa 75% des Pantanal überflutet. Die Flüsse werden aus dem brasilianischen Zentralplateau gespeist und münden in den Atlantischen Ozean. Sie bilden auch ausgedehnte Sumpfgebiete aus. Gefährdet ist das Schutzgebiet von der Rinderzucht und dem Bergbau.
Wir besuchen den Nordteil des Pantanal, der durch eine einzige Straße, die Transpantaneira, erschlossen ist – alle anderen Wege müssen per Boot zurückgelegt werden.

Unsere Reiseroute führt uns von Cuiaba nach Poconé, von dort zuerst nach Südosten zur Rio Mutum Lodge. Auf dem Rio Cuiaba fahren wir gute vier Stunden per Motorboot nach Westen, bis Porto Cercado, von wo aus uns ein Bus über Poconé zur Pouso Alegre Lodge bringt.
Nach einigen Tagen (und Safaris) geht’s über die Transpantaneira nach Porto Jofre im Süden. Dort verbringen wir vier Nächte auf einem Hausboot im Rio Sao Laurenzo. Auf unseren täglichen Pirschfahrten mit kleineren Motorbooten sehen wir endlich die Jaguare!
Auf der Rückfahrt nach Norden bleiben wir jeweils noch in der Rio Claro Lodge und der Piuval Lodge für ein paar Tage, bevor wir via Cuiaba zurückfliegen.
Jaguare
Diese mächtigen Großkatzen – die drittgrößten nach Tiger und Löwe – leben bevorzugt am Wasser. Sie sind auch die einzigen Großkatzen, die gut und ausdauernd schwimmen können – was wir ein paar Mal hautnah erleben! Ihre bevorzugte Beute sind die Kaimane, die sie entweder durch Sprung von einem Baumstamm oder vom Ufer aus oder sogar im Wasser schwimmend jagen. Der Jaguar ist durch Bejagung (Verwendung der Felle, Gefahr für die Rinderzucht) und durch Zurückdrängung seines Lebensraumes (Zerstörung der Regenwälder, landwirtschaftliche Nutzung) gefährdet. Die Population im Pantanal hat sich durch Schutzprogramme gut erholt.
Wir sehen auf den Bootssafaris am Rio Sao Laurenco jeden Tag mehrere Jaguare, die sich durch die Fellzeichnung und/oder Augenfarbe unterscheiden. Meistens liegen sie auf der Uferböschung oder auf einem Baumstamm, ein paar Mal können wir sie mit dem Boot verfolgen, wie sie am Ufer entlangstreifen und auch schwimmend (erfolglos) Kaimane jagen.
Leider ist die Region für Jaguarsafaris sehr populär und manchal scharen sich zehn, zwanzig Motorboote um einen einzelnen Jaguar!
Weitere Säugetiere
Capybaras – Wasserschweine – sind die größten Nagetiere und meist im Familienverband anzutreffen. Sie leben am Wasser
Tapire sind Einzelgänger und nachtaktiv, daher sehen wir sie nur in der Dämmerung oder auf Nachtsafaris im Scheinwerferlicht. Sie leben in Wäldern, brauchen aber immer Wasser in der Nähe. Sie nehmen ihre Umgebung hauptsächlich durch ihren Geruchsinn wahr.
Der Große Ameisenbär ist der größte Vertreter seiner Gattung und kann eine Rumpflänge bis 1,4 m und eine Schwanzlänge von bis zu 90 cm entwickeln. Er ernährt sich von Ameisen und Termiten, die er mit seiner bis 40 cm langen klebrigen Zunge in ihren Röhren aufleckt. Dadurch frisst er bis zu 35.000 Insekten pro Tag!
Riesenottern leben wie die europäischen Ottern am und im Wasser. Sie können bis zu 2 m lang werden (inklusive Schwanz) und haben ein beeindruckendes Gebiss, mit dem sie vor allem Fische jagen. Sie leben im Familienverband und jagen auch gemeinsam. Sie kommunizieren mit hohen Quietsch- und Schnarrtönen miteinander, was wir auch einige Male hören.
Die Schwarzen Brüllaffen (das Weibchen ist braun, das Männchen schwarz gefärbt) leben auf Bäumen und man sieht sie meist nur von Weitem. Die kleinen Silberäffchen sind unglaublich schnell und agil und erinnern in ihrem Kletter- und Sprungverhalten an unsere Eichhörnchen!
Kaimane
Im Pantanal kommt der Brillenkaiman vor, eine eher kleinere Alligatorenart mit meist nicht mehr als zwei Metern Körperlänge. Sie liegen bewegungslos am Ufer oder im Wasser, oft schauen nur die Augen heraus und man ist überrascht, plötzlich einen Kaiman wegschwimmen zu sehen, wenn das Boot zu nahe gekommen ist. Ihre Nahrung sind Fische oder Wasservögel. Man begegnet ihnen jeden Tag, sie liegen sogar am Teich mitten unter einer Capybara-Familie im Lodgegelände!
Vogelwelt im Pantanal
Im ganzen Pantanal leben ca. 650 Vogelarten. Der Jabirustorch gilt als Symbolvogel für den Pantanal. Im Pantanal ist die größte Population von Hyazintharas beheimatet. Hyazintharas sind die größte Papageienart und durch ihr durchgehend leuchtendblaues Federkleid sehr attraktive Vögel!
Am Wasser sieht man u.a. verschiedene Reiherarten, Ibisse, Störche, Eisvögel, Fischbussarde, Kormorane und die Amazonas-Seeschwalbe.
Eine Besonderheit ist der Tagschläfervogel, den wir hie und da in versteckt im Baum sehen können.
Wir sehen Sittiche, Geier, Schopfcaracaras, laut rufende Nacktgesichthokkos und Guane neben anderen Vögeln. Ins Auge stechen der Riesentukan und der Braunohrarassari, beide mit gewaltigen Schnäbeln! Und natürlich die Nandus, die größten Laufvögel Südamerikas.
Vögel am und im Wasser
Vögel am Land
Kleinere Vögel
Unsere Unterkünfte und ihre Umgebung
Die Unterkünfte im Pantanal sind einsam gelegen und meist kann man schon auf dem Lodgegelände Wildtiere beobachten, vor allem Vögel, aber auch Nasenbären, Affen, Capybaras, Baumstachler (ähnlich dem afrikanischen Stachelschwein) oder auch Krabbenfüchse, die sich sonst nur nachts zeigen.
Wir sind entweder mit Safariautos, mit dem Motorboot oder auch zu Fuß unterwegs, einmal auch zu Pferd.
Ein fotografisch besonderes Erlebnis sind die „Anfütterungen“ von Vögeln, Kaimanen und Riesenottern mit Fischen vom Motorboot aus – gar nicht so leicht, den schnellen Eisvogel beim Fischfang zu erwischen (Rio Claro Lodge).
















































































































